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Feuerwehr kann ab Oktober hoch hinaus

Veröffentlicht von B.K. am 26.07.2017

Ab Oktober erreicht der Brandschutz in Wilster eine neue Dimension: Dann verfügt die Freiwillige Feuerwehr über eine moderne Drehleiter. Eine dreiköpfige Delegation der Helfer war jetzt in Ulm, um mit dem Aufbauhersteller Magirus die Bestückung des Fahrzeugs zu besprechen. Hintergrund ist die Vorschrift, dass die Feuerwehr mit entsprechendem Gerät innerhalb von acht Minuten am Einsatzort sein muss. „Mit der Itzehoer Drehleiter ist das nicht zu schaffen“, weiß Wehrführer Ralf Theede.

Bei Gesamtkosten von 615  000 Euro hat die Stadt Glück: 340  000 Euro gibt es vom Land als Sonderbedarfszuweisung, weitere 200  000 Euro aus der Brandschutzsteuer. Am Ende bekommt Wilster für nur 75  000 Euro eine Drehleiter. Bürgermeister Walter Schulz freut sich: „Für die Stadt ist dies die bislang günstigste Fahrzeugbeschaffung.“

Anlass für erste Überlegungen zur Anschaffung des teuren Geräts war kurioserweise ein Feuer in der Dithmarscher Kreisstadt Heide. Wehrführer Ralf Theede berichtet, dass sein dortiger Amtskollege – ebenfalls ehrenamtlich dabei – persönlich haftbar gemacht werden sollte, weil bei einem Einsatz umweltschädlicher Löschschaum versprüht worden war. „Der Wehrführer dort sollte dann den Bodenaustausch bezahlen, was zum Glück noch abgewendet werden konnte.“ Für Theede war das ein Alarmsignal. Er ist verantwortlich auch für einen vorgeschriebenen Fuhrpark und meldete bei Bürgermeister Walter Schulz entsprechenden Bedarf an. Auch das Stadtoberhaupt wollte aber nicht wegen eventuell fehlender Einsatzmittel in Regress genommen werden und die Ratsversammlung zog mit.

Ein brandneues Fahrzeug wäre sogar noch teurer geworden. Jetzt bekommt Wilster einen etwa eineinhalb Jahre altes Vorführwagen mit Mercedes-Fahrgestell und einer Laufleistung von bislang 21  000 Kilometern. „Für ein Feuerwehrfahrzeug ist das schon ziemlich viel“, weiß Theede. Bei der Einsatzhäufigkeit in Wilster und Umgebung und dem eher kleinen Aktionsradius dürften allerdings nicht sehr viele Kilometer hinzukommen. Dennoch wird die Drehleiter viel bewegt werden und wohl auch schnell zum Stadtbild gehören. Bei Feueralarmen – die Wilsteraner rückten allein im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 70 Mal aus – werde künftig automatisch die Drehleiter als zweites Fahrzeug mit rausfahren. Gleiches gelte auch für Unfälle, da die Leiter bei Bedarf auch wie eine Art Kran eingesetzt werden kann. In der Vergangenheit war auch wiederholt die Itzehoer Drehleiter angefordert worden, um Patienten aus oberen Stockwerken zu holen, weil die Treppenhäuser oft zu eng sind. „Hauptgrund für die Anschaffung“, so betont Theede, „ist aber die Menschenrettung.“ Und hier könnte sich das neue Gerät in den engen Straßen der Altstadt oder auch bei den Hochhäusern schnell bezahlt machen. „Alles, was über das zweite Stockwerk hinaus geht“, umschreibt der Wehrführer die Einsatzmöglichkeiten. Bei Bedarf werde Wilster damit aber auch andere Wehren in der Marsch unterstützen gegebenenfalls auch in der Nachbarstadt Brunsbüttel. „Wirklich brauchen wird man die Drehleiter wohl eher selten. Aber wenn, dann wird sie auch gebraucht“, machte Theede die Bedeutung der Anschaffung für Leib und Leben klar.

Vor dem ersten Einsatz wartet auf die Helfer allerdings noch erheblicher Schulungsbedarf. Insgesamt sollen 16 Feuerwehrleute im Umgang mit der Drehleiter ausgebildet werden. „Und dann werden wir viel in der Stadt unterwegs sein“, kündigt Theede an. Das Fahrzeug mit der Fachbezeichnung 23/12 kann die Leiter theoretisch bis zu einer Höhe von 32 Metern ausfahren. „Gerade hier in der Marsch kommt es aber auch entscheidend auf die Standfestigkeit an“, weiß Theede. Im praktischen Einsatz geht man daher davon aus, dass mit der Wagen bis zu zwölf Meter Abstand zum Beispiel zu einem brennenden Haus hält und dann Menschen aus einer Höhe von bis zu 23 Metern retten kann.

Quelle: https://www.shz.de

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